Gesichtserkennung für Smartphones

Unsere Regierung ist mal wieder Lichtjahre entfernt: Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar möchte vorsorglich die Gesichtserkennung per Fotohandy verbieten lassen. Zu spät! Außerdem, wer sagt denn noch zu einem multitouch-gesteuerten Hochleistungsrechner noch Fotohandy? Unter dem Namen Recognizr können sich jetzt zum Beispiel Flirtanfänger in Diskotheken (Entschuldigung: Clubs) einen Vorsprung holen. Das Objekt der Begierde vor die Smartphonelinse geholt, die besagte App gestartet und schon werden soziale Netze nach dem evtl. erkannten Gesicht abgesucht. Im Fall eines Treffers kenne ich im besten Fall den Wohnort (zu nah, zu weit?), Beziehungsstatus (lohnt es sich oder nicht, wenn ja für einmal oder immer?), Vorlieben (Kenny G? Wokda-Orange? oder Cola-Rum? Trinkt man das noch? Ich geh ja nicht mehr aus…), Alter (das Leben hält viele Überraschungen bereit) und weitere Details, die manchmal besser im Verborgenen bleiben.

Da bleibt der Spaß auf der Strecke. Das haben sich wohl auch Frau Aigner und Herr de Maizère gedacht und sind auf den noch stehenden Zug von Herr Schaar aufgesprungen.

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2 Responses to Gesichtserkennung für Smartphones

  1. Sophos User says:

    Das ist halt die Frage: Wie transparent will man werden? Ich persönlich halte mich von sozialen Netzwerken so fern wie möglich. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass es genügend dort angemeldete Menschen gibt, die nicht wollen, dass jeder ihren Namen so einfach herausfinden kann. Ich finde die Entwicklung rund ums Internet toll, ich sehe sogar ein, dass bestimmte Daten gesammelt werden, um Geld zu verdienen. Aber in so einem Fall weiß ich, dass Daten gesammelt werden und ich kann es, sofern ich möchte, verhindern. Gesichtserkennung per se ist ja auch nichts schlimmes. Werde ich aber fotografiert und das Foto anschließend automatisch mit diesen riesigen Datenbanken namens Facebook, XING unc Co. abgeglichen, habe ich keine Kontrolle über meine Daten. Wenn ich für mich entscheide, keine Daten in FB und Co. einzugeben, wird das mit der E-Mail Adressensammelei von FB und solchen Apps, die Gesichter abgeichen, unterlaufen. Daher denke ich, ist der Einspruch der Datenschützer, so übertrieben er im Falle von Google Street View war, jetzt durchaus gerechtfertigt.

  2. Steven says:

    Vielen Dank für den Artikel. Wirklich sehr interessant!

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