Bring your own Krempel

Vor 20 Jahren hat man sich, wenn man ein Handy besaß, darüber geärgert, dass es nicht wirklich Hosen- oder Westentaschentauglich war.  Akkulaufzeit war ein großes Thema und ist es heute bei manchen Geräten immer noch. Im Olympia-Jahr schleppt der Homo IT-affinus im Schnitt ein Telefon von der Firma, ein privates „Surf-Handy“, das Laptop der Firma, ein privates Tablet  oder Subnotebook und eine zweite Tasche mit Anschluss- und Aufladekabeln mit sich rum. Da Orthopäden in den letzten Jahren wg. vermehrt aufkommender schiefer Rücken Sturm gelaufen sind, haben sich die Trolleys in unserem Stadtbild breit gemacht. Das wahre Füllgewicht enttarnt sich meistens am Flughafen, wenn die übergewichtigen Taschen bei der Sicherheitskontrolle aufs Band gewuchtet werden.

Da viele Firmen ihren Angestellten nicht immer die neuesten Spielzeuge in die Hand drücken, hat sich in den letzten Jahren schleichend ein Thema breit gemacht, dass mit BYOD – bring your own device beschrieben wird: Private Endgeräte in der Firma nutzen, vor allem Funktionen wie E-Mail. Vor etwa 10 Jahren hatten einige Unternehmen sehr erfolglos versucht, dieses als Konzept bewusst zu verwirklichen. Gescheitert ist es wohl an der Nicht-sexyness und Kosten der damaligen Laptops und der ersten Telefone, die man Smartphones genannt hat (Clever hätte sich schlapp gelacht). Im Zeitalter von Cyberterror, stündlichen Hobby- und Profi-Hacker-Angriffen und dem potentiell immer drohenden Verlust sensibler Geschäftsdaten durch Liegenlassen, Verlieren und Geklaut bekommen, sind die Firmenlenker nicht ganz so glücklich mit BYOD. Auf für Privatpersonen ist es genauso kritisch, Daten auf die Geräte zu bringen, „Ich hab da nix wichtiges drauf“ zählt nicht. In den Untergrundtauschbörsen ist alles verwertbar. Ein Smartphone und Tablet ist solange sicher, bis ich es zum ersten mal mit dem Internet bekannt mache. Danach traue ich persönlich den Geräten nur so weit, wie sie von einem fünfjährigen Mädchen geworfen werden können.

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