Was man über den Abhörskandal wissen muss

yanomamiSämtliche Naturvölker dieser Erde würden jetzt mit einem breiten Grinsen durch die Gegend laufen und denken: „Hab ich doch immer gesagt: Computerkram ist Teufelszeug und jetzt belauschen sich die Belzebuben sich auch noch selbst!“ Machen sie aber nicht, da ihnen die Nachrichten über Spionage im Internet wahrscheinlich extrem am halbnackten Hintern vorbeigehen, während ihnen gerade ein Kapitalistenschwein computergestützt den Wald unter demselben abfackelt. Ich bin Allergiker, deswegen ist das Tragen von naturnahen Produkten rund um meine Hüften eher ein Problem, sonst hätte ich gerne das Gefühl mal ausprobiert.

Ganz ehrlich: Für wen sind denn diese Nachrichten eine echte Überraschung? Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, dass die Regierungen und Geheimdienste dieser Welt unter Einsatz von Milliarden in harter Währung nicht in der Lage sind, so etwas auf die Beine zu stellen. Jede drittklassige Hackerschmiede aus [setze hier beliebiges Land am unteren Ende der Pisa-Studie oder mit instabiler Regierung ein] – mit Sitz in Omas Gartenhütte -baut seit Jahren Botnetze aus Millionen gekaperter PCs und saugt so Informationen von Privat- und Geschäftspersonen ab. Diese haben es allerdings einfach zu ihrem persönlichen finanziellen Vorteil getan und nicht um einen Zeitsprung nach „1984“ zu machen. Der einzige Ort, an dem man sich im wahrsten Sinn des Wortes ungestört unterhalten kann, ist wahrscheinlich eine Keller-Kneipe ohne Empfang. Ich überlege, ob ich eine mit dem Namen „kein Balken“ eröffnen sollte.

Was mich tatsächlich interessiert, ist das Verhalten unserer Regierung und das aus Brüssel. Meine Prognose: Man wird sehr böse den Finger heben und die Goldman-Sachs-Bruderschaft wird den Rest regeln. Ich mach nochmal einen Allergietest…

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7 Responses to Was man über den Abhörskandal wissen muss

  1. Ich bin ja für den Balken…

  2. Er ist wieder da … 🙂

  3. Sie sprechen mir aus der Seele!
    Jeder, der schon mal das eine oder andere Buch (für die, die Bücher nicht mehr kennen: Das sind papiergefüllte Kartons mit unheimlich vielen Buchstaben, mehr oder weniger sinnvoll angeordnet) von Tom Clancy oder ähnlichen Autoren gelesen hat, wusste schon längst, dass ALLE Kommunikation weltweit – sofern sie denn rankommen – durch die NSA bespitzelt wird. Auch dass dafür automatisierte Keyword-Programme benutzt werden, ist kein Geheimnis. Terroristische Vereinigungen jedweder Art hüten sich schon längst davor, in ihren Mails oder SMS oder was auch immer noch die Begriffe „Bombe“, „Sprengstoff“ oder „Anschlag“ in sämtlichen Sprachen der Welt zu verwenden. Mich würde allerdings mal interessieren, was wohl bei der NSA passiert, wenn wir unbescholtenen Bundesbürger uns täglich nur eine einzige E-Mail mit wirren Zahlen- und Buchstabenkombinationen ganz ohne Betreffzeile zuschicken würden. Das würde die Damen und Herren der NSA sicher ganz schön beschäftigt halten, da die Vermutung naheliegen würde, es handle sich dabei um einen neuen Code, den es zu knacken gilt. Vielleicht sollte man das wirklich mal machen… nur, um Fort Meade zu ärgern :o)

    • Mir kam eben spontan der Film „Das Mercury Puzzle“ in den Kopf und erschauerte bei dem Gedanken, dass Alec Baldwin (jetzt leicht übergewichtig, aber immer noch finster) mit einer Knarre neben meinem Bett steht, nur weil ich ein blödsinniges Mail durch die Gegend geschickt habe. Auf der anderen Seite bin ich kein Autist, also könnte man es ja mal drauf ankommen lassen…. sdofihgpo ß7908793879 z98zv90esd8zrß9a84ß9 ß987 ß987ß0897ßiodfhbpd hfp097 9 87ßy98sd7gß0sdygfu ü ß 087ß07 sdfog i. Oder nicht? 🙂

  4. Marc says:

    Nach anfänglichem Ärger über das Vorgehen der Dienste und meiner persönlichen Hilflosigkeit, habe ich mich der alltäglichen Überwachung meiner Aktivitäten im Netz abgefunden. Das eigentliche Problem ist doch, dass wir in Deutschland nicht über ausreichend eigene Netz-Infrastrukturen verfügen, um unseren Traffic in Deutschland zu halten.

    Fast alle meine Aktivitäten im Netz benötigen Server die im Ausland stehen, egal ob E-Mail, Chat oder Internettelefonie. Solange ich als User nicht sicher sein kann wie mein Traffic geroutet wird und wo die Server meines Dienstanbieters stehen, so lange muss ich mit Protokollierung durch Dritte rechnen.

    Gruß
    Marc

    • Selbst wenn die Server in Deutschland stehen würden: Du wirst doch sowieso von vielen (allen?) belogen, also ist es fast egal. Politiker: „Die Rente ist sicher“. Banken: „Ihr Geld ist bei uns sicher“. Serviceprovider: „Ihre Daten sind bei uns sicher“. Sicher ist: ich habe heute keine realistische Chance, die Guten von den Bösen zu unterscheiden. Du müsstest bei den Entscheidern morgens im Bad stehen, um zu prüfen, ob sie sich noch im Spiegel anschauen können…

      Grüße

      Sascha

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