Silicon Valley double fail

Meine neue Weltformel:

Schräg = (Neigungswinkel des Betrachters / verzerrtes Selbstbild) * Fremdbild im Quadrat + x

Im Fall von Fremdbild = 0 (keine Sau interessiert sich für mich) ist x automatisch 45 Grad, damit man mit einem ausreichenden Gefälle ins Ungewisse abrutschen kann und diverse Stunden beim shrink verbringen muss (finde ich eines der schönsten Slang-Wörter für Psychotherapeut, bei manchen ist allerdings nix mehr zu schrumpfen da). Meine Mathelehrer und Professoren wollten immer alles bewiesen haben, in diesem Fall nutze ich gerne die Hilfe von facebook – genauer: deren neueste Privatsphäreneinstellungen – als Beweis dieser Formel. Ich wurde gestern darauf aufmerksam gemacht, dass man über Profile hinweg auf z.B. Bilder nicht direkt befreundeter Profile zugreifen kann, ohne das vorher explizit freigegeben zu haben. Das muss eine neue Freundesfreunde-Freunde-Funktion sein. Man muss sie tatsächlich aktiv bei sich ausschalten und kann sie damit aber nicht bei Freunden beeinflussen. Wenn facebook bis Weihnachten das nicht geraderückt, bin ich raus! Vergessen: quod erat demonstrandum.

Das zweite Missgeschick ist ein Einakter auf der großen Freilichtbühne von Silicon Valley, mit Apple, einem Navigationsgerät und meiner Einfältigkeit in den Hauptrollen. Am letzten Tag meines Trips zum Hauptquartier von Juniper, wollte ich ein Apple-Ladengeschäft besuchen. Ich konsultierte das bis dahin satirefreie Navi in meinem Mietwagen und gab „Apple store“ ein. Es (er/sie?) zeigte eine ganze Batterie Einträge in wenigen Meilen Entfernung an und ich fuhr munter zum nächstgelegenen los. Zwischendurch stellte ich zum wiederholten Mal fest, dass der gemeine Amerikaner kein Auto fahren kann (gemessen an deutschen Maßstäben) und es zur Rush-hour nicht besser wird. Am Ziel angekommen, stellte ich fest, dass „Apple store“ auch ein Lagerhaus sein kann, wie die nächsten vier angefahrenen Destinationen auch. Man sollte es tunlichst vermeiden, in der Apple-Hauptstadt nach einem solchen Laden zu suchen. Ich bin frustriert in das nächste Einkaufszentrum gefahren, wo man den neuen amerikanischen Freizeitsport beobachten konnte: Schlange stehen für ein neues iGimmick. Anscheinend habe ich momentan viele weibliche Gene in mir und habe den Frust am nächsten Morgen mit Nahrungsaufnahme kompensiert (eben fünf Schokotaler in die Machokasse gesteckt):

breakfast